Die Sammlung Szabo ist keine typische Kunstsammlung. Weder befindet sie sich in einem spektakulären Bau, noch verfügt der Sammler über ein Erbe, um sich diese eigentlich sehr kostspielige und zeitaufwendige Leidenschaft zu ermöglichen. Finanziert haben sich die von ihm gesammelten Editionen aus Trinkgeldeinnahmen, die Szabo in seiner Zeit als Hotelfachmann und Kellner in Hotels und Restaurants weltweit erhalten hat. Entstanden durch die Idee, dass “Kunst für alle” wörtlich zu nehmen ist, hat Szabo 2004 mit dem Kauf von Editionen angefangen und sich neben seiner Tätigkeit in der Hotellerie und Gastronomie mit Kunst und ihrer Geschichte auseinandergesetzt.

Von ihm gesammelt werden Editionen bekannter und neuer Positionen, die durch eine Auflage viel erschwinglicher sind, als es ein Unikat ist. Der Kunstkauf wird demokratisiert und steht damit im Gegensatz zum sonst als elitär wahrgenommenen Kunstmarkt. 

“Mir ist es genauso wichtig bei Eröffnungen zu sein, um mir die neuesten Arbeiten von Künstler:innen in Galerien anzuschauen. Ich greife dann halt bloß auf die Editionen zurück”, so der Sammler. 

Die Sammlung hat sich auf Drucke und Grafiken spezialisiert, es haben aber auch Videos, LPs, Soundarbeiten und NFTs inzwischen Einzug gehalten. 

Die auf über 100 Werke gewachsene Sammlung möchte andere dazu ermutigen, sich mit Kunst auseinanderzusetzen. Um die Werke öffentlich zu zeigen, sind in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen an verschiedenen Orten in Berlin geplant.

Hans Krestel


“Neben Malerei und Skulptur, als Vertreter klassischer Kunstgattungen, sind auch Werke weniger etablierter künstlerischer Medien, wie Textilien, Cross-over und Soundarbeiten in seiner Sammlung vertreten. Meist eng verwoben mit der Szabo-Persönlichkeit greifen die Kunstwerke Themen, wie Körperlichkeit, Ego, Erinnerungen und metaphysische Welten auf und referieren hier und da sogar auf persönliche Grenzerfahrungen im Leben des Sammlers. Gesellschaftskritisch und zugleich lebensbejahend, selbstreflektierend und grenzerweiternd - das sind beispielhafte Bedeutungsebenen viele seiner Sammlungsstücke”.

Daniela von Damaros